Das ist doch albern

Mai 21, 2009   //   by n1Ls   //   Entertainment  //  1 Comment

Seit gut einer Woche gibt die neue Autobiographie – „Bonbon aus Wurst: Mein Leben“ – von Helge Schneider. Ich schreibe hier bewusst neue Autobiographie, denn bereits 1992 hatte der Künstler eine mit dem Titel „Guten Tach. Auf Wiedersehen. Autobiographie, Teil 1“ vorgelegt, die aber, wie er selbst sagt, aufgrund seines damaligen Zeitmangels und seiner Beschränktheiten zum größten Teil auf erfundenen Lügenmärchen basiert.
Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung war dies Anlass genug ein großes Interview zu führen, welches ich selbstverständlich komplett gelesen habe, auch wenn ich hin und wieder auf Grund von spontanen Lachern pausieren musste.
Ich zitiere mal meine Lieblingsstellen:

Interviewer: „Etwas ganz anderes: Sie haben einen Rhetorikkurs gemacht. Dennoch scheint sich die eine oder andere sprachliche Unsauberkeit in Ihr Buch geschlichen zu haben. Muss man das als stilistisches Mittel begreifen?“
Helge: „Es war extra, sage ich mal ganz salopp. Ich wollte damit praktisch auch die Menschen ansprechen, die rhetorisch nicht so gewandt sind.“

[...]

Interviewer: „Man hat trotzdem den Eindruck, dass Sie unzufrieden sind. Weil Sie in dem, was Sie machen, nie perfekt sein können?“
Helge: „Die Russen können das, im Eislauf zum Beispiel erreichen sie diese Perfektion. Wir können das nicht. Und damit habe ich gelernt zu leben. Ich bin ja kein Russe, und es wird mir niemals möglich sein, ein Russe zu sein.“

[...]

Interviewer: „Könnten Sie uns Ihren Begriff von Wahrheit in Abgrenzung zur Wahrhaftigkeit erläutern?“
Helge: „Wahrheit ist, wenn man ein Gerät auf einen Tisch legt, weggeht, und man kommt zurück und es war keiner im Raum und das Gerät ist immer noch da. Wahrhaftigkeit ist: Das Gerät liegt auf dem Tisch, man ist überhaupt nicht da, man kommt nicht zurück und das Gerät liegt da. Aber nicht immer noch, sondern schon wieder.“

[...]

Interviewer: „Wenn wir uns noch einmal dem Problem von Fiktion und Wirklichkeit zuwenden könnten. Sie beschreiben in Ihrem Buch, wie Sie sich auf 7000 Meter am Mount Everest mit Ihrer Zigarette gewärmt haben. Andere Bergsteiger sagen, es sei physikalisch unmöglich, da oben eine Zigarette anzuzünden, geschweige denn, sie zu rauchen.“
Helge: „Das geht natürlich nur mit, also erstmal keine Filterzigarette, das geht gar nicht. Du musst Dir das so vorstellen, die Luft ist ja dünn, sehr, sehr dünn. Allein der Prozess, Feuer zu machen, ist ja schon unheimlich anstrengend, das geht nur mit Spezialfeuerzeugen oder Streichhölzern. Feuerzeug geht gar nicht. Wenn Du dann diese Spezialstreichhölzer hast, das sind meist auch welche, die auch unter Wasser zünden, dann muss man dermaßen stark an der Zigarette ziehen, dass Du sie, wenn Du jetzt unten wärst, in einem Zug aufrauchen würdest. Also man muss schon diese Kraft haben. Da ich Saxophonist bin und Trompeter, habe ich natürlich von der Lungenkapazität mehr Kapazität wie andere Menschen. Deshalb ist es mir überhaupt möglich, auf einen Berg zu steigen, ohne Aufwärmphase.“
Interviewer: „Gibt es Beweise?“
Helge: Ich hatte Filmaufnahmen davon, Super acht, die kleine Kamera. Wie so das Schicksal ist, ist sie mir aus der Hand in eine Gletscherspalte reingerutscht, ich noch hinterher, hab aber gesehen, nee, da unten, da lagen schon drei. Da habe ich gesagt, nee, da kommst Du nicht mehr lebend raus. Aber letztendlich geht es, es geht alles, man muss nur wollen. Man muss rauchen wollen. Ich schwöre also hier, so wahr mir Gott helfe: Ich habe geraucht.
Interviewer: „Auf 7000 Metern.“
Helge: „Das ist jetzt nicht zur Diskussion.“

Nach dem letzten Zitat war das Ganze übrigens zu Ende.
Besser hätte er es nicht abschließen können :D
Wer sich das komplette Interview nicht entgehen lassen will, der ließt hier weiter.


1 Comment

  • Helge ist und bleibt einfach der Größte!

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Vor einem Jahr

  • 22.05.2011 Kein Beitrag :(

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