Eine Woche offline
Nein, nicht ganz, denn geschafft habe ich es nicht. Nimmt man es genau, so war ich insgesamt acht Tage im Urlaub, Sonntag bis Sonntag. Gestern bin ich komplett entspannt wieder auf deutschem Boden angekommen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen mal eine Woche komplett offline zu sein. Kein rumsurfen im Netz, keine E-Mails, keine Instant Messenger, nichts bloggen oder twittern und erst recht nicht nachschauen, wer einem in diversen sozialen Netzwerken mal wieder nervige Nachrichten hinterlassen hat. Das lief auch eigentlich ganz gut am ersten Tag, nachdem ich vergessen hatte mich um Einstellungen für mobiles Internet in meinem Handy beim neuen Provider zu kümmern und WLAN gab es im Hotel nicht. Wer für zehn Minuten zwei Euro bezahlen will, der ist selbst schuld…
Bereits am ersten Abend wurde ich schwach, genau wie Anakin Skywalker damals in Star Wars, als er zur dunklen Seite übergetreten ist. Das war natürlich verständlich, denn die hatten ja auch die Kekse.
Eigentlich wollte ich nur wissen, ob hier jemand meinen letzten Eintrag kommentiert hatte und so machte ich mich bei einem Spaziergang auf die Suche nach einem WLAN. Nach kurzer Zeit wurde ich fündig, warf ein Blick in mein Postfach und chattete ein wenig mit Freunden und bei Twitter veröffentlichte ich noch schnell ein Foto von mir, welches erst am Nachmittag noch geschossen wurde.
Anschließend stellte ich mir die Frage, ob ich das wirklich wollte. Wollte ich wirklich eine Woche ohne Internet auskommen und konnte ich es vor allem? Im Nachhinein denke ich, dass es überhaupt kein Problem gewesen wäre. Aber wer will das denn bitte schon? Sicherlich gibt es auch diejenigen unter euch, die sich dann fragen, ob ich noch alle Latten am Zaun habe, denn Erholung kann da vielleicht nicht entstehen. Für viele ist es aber sicherlich nachvollziehbar, dass man auch im Urlaub den Kontakt zu Freunden via Instant Messenger aufrecht erhält und gelegentlich mal Bilder veröffentlicht. Man will halt auf dem Laufendem bleiben, ich zumindest. Vielleich ist es die Angst, etwas zu verpassen, aber das glaube ich eigentlich weniger. Worin jetzt genau die Ursachen liegen weiß ich nicht und will es vielleicht gar nicht wissen.
Es ist sicherlich auch dieser Reiz, mobil und gleichzeitig online zu sein. Wenn ich nun im ICQ bin, muss ich nicht mehr zwangsläufig daheim vorm Rechner sitzen, sondern durchaus halt auch mal Strand oder gemütlich auf der Zugspitze, alles möglich. Das bescherte mir vor allem an einem Abend besondere Freude. Die Konversation, die Zustande kam bewegte sich zwar vom Humorniveau wie gewohnt ganz weit oben, aber die Umgebung dafür war irgendwie ungewöhnlich…
Vor etlicher Zeit wurde mir mal nachgesagt ich wäre internetsüchtig und das ich ja sowieso im Internet wohne durfte ich mir auch schon anhören. Bei genauerer Betrachtung aber alles Quatsch und völlig aus der Luft gegriffen. Personen die ohne über den Tellerrand zu schauen argumentieren und sich dadurch ohne jegliche Belege auf ganz dünnem Eis bewegen. Mag sein, dass ich schon lange nicht mehr nur einmal am Tag in mein virtuelles Postfach schaue und meine Instant Messenger eigentlich auch immer dann laufen, wenn mein Rechner dies auch tut. Es gehört mittlerweile einfach dazu. Meine Eltern, vor allem mein Vater, konnten früher nicht verstehen, wie ich mehrere Stunde täglich vor dieser Kiste verbracht habe. Heute versteht er jedoch, dass für mich, vor allem damals, ein wunderbares Kommunikationsmedium war und heute auch selbstverständlich noch ist. Ich hätte vielleicht niemals die Freude am Schreiben entdeckt, wenn ich mich nicht schon in jungen Teenagerjahren (wie spießig sich das doch anhört) mit Leuten unterhalten hätte, die auch damals schon meinen Wortschatz kontinuierlich haben wachsen lassen und umgekehrt. Einiges davon spiegelt sich auch heute noch in meinen Texten wieder.
Dieser Tage nutze ich das Netz mit Vorliebe für die Informationsbeschaffung und bin froh, nicht von Radio, Zeitung oder Fernseher abhängig sein zu müssen. Meine Haltung dazu dürfte eigentlich weitreichend bekannt sein. Wenn ich am Schreibtisch sitze läuft der PC eigentlich stets nebenher, aus den Boxen kommt gute Musik, wie momentan beispielsweise von Finger Eleven, die, wie ich neulich feststellte, das erste mal unbewusst in einer Folge Scrubs zu Anfangszeiten gehört habe, aber erst vor kurzem auf diese wunderbare Band aufmerksam gemacht wurde. Während ich die letzten Zeilen schrieb, wechselte der Song übrigens schon wieder, Calexico – Black Heart. Wem dieser Track bekannt ist, darf sich nun selbst auf die Schulter klopfen und sich ein Eis aus dem Gefrierfach holen. Ich schweife ab.
Selbst das Wetter und die aktuellen Temperaturen habe ich so immer Blick, wenn ich es denn brauche und so ist man auch einfach bestens vorbereitet, wenn sich mal wieder ein Tornister ankündigt. Nein, es ist kein Tornado und auch kein Twister. Für ausschweifende Erklärungen mangelt es mir auch gerade ein bisschen an Zeit und ich empfehle daher, einfach mal bei YouTube zu suchen.
Abschließend lässt sich vielleicht noch sagen schreiben, dass mir der Urlaub echt gut getan hat, selbst wenn er bis auf eine Tour mit einem Mietswagen und dem Jetski fahren (kann ich nur sehr empfehlen!) doch relativ unspektakulär verlief. Am meisten vermissen werde ich aber bestimmt das reichhaltige Buffet :D
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Vor einem Jahr
- 18.05.2011 Kein Beitrag :(
- Geekfrage: Hat hier jemand Erfahrungen mit dem Seagate BlackArmor 3TB NAS110 gemacht? Ein sehr solides Angebot für 159€ gefunden... » 1 day ago
- "Nun das sich der Vorhang der Nacht von der Bühne hebt, kann das Spiel beginnen, das uns vom Drama einer Kultur berichtet." » 2 days ago
- RT @janboehm: Mal Manfred Krug fragen, ob ich Facebook-Aktien zeichnen soll. » 2 days ago
Zufallszitat
Ich kann nicht so viel Musik von Wagner anhören. Ich hätte sonst den Drang, Polen zu erobern.
Woody Allen



ich hoffe doch, dass du bei dem humorvollen gespräch, das unsrige meintest ;)
unter anderem, ja :P