Public Enemies
Den Namen John Dillingenr las ich das erste Mal vor knapp vier oder fünf Jahren, ganz so genau weiß ich das nicht mehr. Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich erstmals intensiv mit den Illuminaten und so dauerte es nicht lange bis ich mir 23 – Nichts ist so wie es scheint anschaute. Nebenbei bemerkt ein klasse Streifen, der auch hinter mir irgendwo als DVD im Regal steht, sollte ich mir bei Gelegenheit mal wieder ansehen. In diesem Film ließt Karl Koch, der Protagonist, wieder und wieder den ersten Band der Illuminatus-Trilogie und macht sich auf die Suche nach Hintergründen politischer und wirtschaftlicher Macht. Er fängt an Symbole und Zahlen (wie die 23) zu entdecken und glaubt immer mehr an eine globale Verschwörung.
Ich wäre nicht ich, wenn ich mir nicht anschließend auch alle drei Teile der besagten Bücher gekauft hätte und dort kam ich zum ersten mal mit John Dillinger in Kontakt. Hier taucht er immer wieder als Nebenprotagonist auf. Die Autoren haben diese Person bewusst gewählt, da es zahlreiche Verschwörungstheorien rund um seinen Tod gibt. Ein Nährboden dafür sind unter anderem zahlreiche Ungereimtheiten im Autopsie-Bericht.
Jetzt habe ich doch tatsächlich so lange um den heißen Brei herum geredet, ohne überhaupt zu erwähnen wer dieser Typ war. Was sollte man über ihn wissen? Zu nächst vielleicht einmal die Tatsache wie er seinen Lebensunterhalt finanziert hat. Der gute Mann gehörte in den dreißiger Jahren zu einer Bande professioneller Bankräuber und ist in diesem Zusammenhang wohl eine der bekanntesten Figuren in der Geschichte der USA. Das FBI, welches sich übrigens rund um seine Zeit gründete und vorher noch BI hieß, setzte das bis dato höchste Kopfgeld aus: 25.000 US-Dollar. Um noch auf den Titel des Film zu kommen, er war der erste Mensch, den das FBI als Staatsfeind Nr. 1 bezeichnete.
Richtig, der Film basiert auf wahren Begebenheiten. Ich schreibe mit Absicht im Plural, denn eine exakte Umsetzung der damaligen Geschehnissen ist es nicht. Dafür fehlen einfach zu viele Informationen rund um Dillinger. Dennoch ist die Atmosphäre von Regisseur Michael Mann sehr gut eingefangen worden. Durch den Einsatz von Handkameras wirkten einige Szenen wirklich sehr intensiv.
Johnny Depp spielt die Rolle des Staatsfeind Nr. 1 wirklich hervorragend, ebenso Christian Bale, der als Cop Melvin Purvis den Gegenspieler miemt.
Zu guter Letzt möchte ich nochmal kurz auf den Soundtrack eingehen, ohne den der Film nicht mal halb so gut geworden wäre. Speziell rede ich vom Titel “Ten Million Slaves” von Otis Taylor, der auch mehrfach im Film gespielt wird. Der Track ist so genial, dass ich mich morgen früh erstmal davon wecken lassen werde…
Nach einer guten Minuten taucht der besagte Song auch im Trailer auf:
Nachtrag:
Ich entschuldige mich für die vergessene obligatorische Wertung, die ich sonst eigentlich jedem Artikel über Filme anhänge. Bei diesem fällt mir das irgendwie schwerer als sonst. Das liegt sicherlich vor allem an meiner Erwartungshaltung mit der ich ins Kino gegangen bin. Wie bereits geschrieben, wurde ich zwar keinesfalls enttäuscht, hätte mir aber mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Trotz allem kann ich mit gutem Gewissen 8,5/10 verteilen. Die Kombination aus 30er Jahre Flair und Blues-Musik ist einfach unvergleichlich.
3 Comments
Leave a comment
Vor einem Jahr
- Am 10.02.2011: Lies Extra 3 macht den Terror-Test (10.02.2011)
- Illegale radikale digitale Fans! » 11 hours ago
- RT @DrSolidian: Am Wochenende gehe ich in den Zoo und verteile Eis an die Bären. Anschließend schreibe ich auf die Infotafeln "Eisbären" » 12 hours ago
- RT @EtienneToGo: So wahr! Eigentlich kannst du das Toast direkt wegschmeissen, wenn du es nicht sofort nach dem rausholen gebuttert hast. » 2 days ago
Zufallszitat
I was only 21 when I died.Der Exorzist III



Die Szene ausm Trailer, wo er ausm Knast ausbricht könnt ich echt im Dauerloop laufen lassen. So genial!
Wirklich ein echt guter Film. Um mich über die historisch korrekte Umsetzung auszulassen fehlt mir einfach dein profundes Wissen Nils, aber zum Unterhaltungswert kann ich nur sagen: Sehr zu empfehlen. Und der Spundtrack ist einfach grandios. Eine sehr interessante Ära, die hie rbehandelt wird…..ICh glaube, ich sollte mir mal die “Pate” Reihe anschaun.
aber bambi, wieso hast du nur die filmbewertung weggelassen? das rundet doch deine filmberichte immer so schön ab!