Steaks und Poker
Es gibt für einige Menschen Kombinationen, die höchste Glücksgefühle versprechen. Beim klischeehaften Mann wären das beispielsweise Frauen und Autos. Eine Kombination die mir gestern wahre Freude bereitete: Grillen und Pokern. Eins nach dem anderen natürlich. Wer will schon mit fettigen Fingern Karten spielen. In Sebastians Garten stillte ich also meinen Hunger mit zwei schmackhaften Nackensteaks. Der Anlass war übrigens sein 23. Geburtstag, welchen er an diesem Abend nachfeierte. Nachdem ich in zwei vorherigen Artikeln immer sehr ausführlich auf Geschenke eingegangen bin, werde ich in diesem nur diesen Satz daran verschwenden, da zwei Flaschen Schnaps auch einfach völlig unspektakulär sind :D
Nach bester Verköstigung (Gruß an die Mutter, der Nudelsalat war sehr gut!) verteilte man sich mit jeweils neun Personen an zwei Tische. Sehr professionell wurde per los entschieden, ob man drinnen oder draußen sitzt. Ich zog Platz 4 an Tisch A und saß somit nicht im Freien, was ich mir anfangs eigentlich wünschte. Wer weiß, ob ich auch unter freiem Himmel so abgeräumt hätte. Nach den ersten zwei Stunden konnte ich mich immerhin gegen fünf Mitspieler behaupten und zog mit drei weiteren Leuten von meinem Tisch plus vier weiteren vom outdoor table mit insgesamt acht Spielern an den Finale Table, wie es so schön im Pokerjargon heißt.
Eine beachtliche Summe an Chips hatte sich bis dato vor mir aufgebaut und ich war daher sehr zuversichtlich. An Kartenkombinationen kann ich mich kaum noch erinnern, dafür habe ich an diesem Abend einfach viel zu viele Hände gespielt. Ich weiß auf jeden Fall noch, dass ich einmal zwei Asse hielt, aber ziemlich angenervt war, da keiner der Mitspieler auf meine kleine Erhöhung einstieg. Nicht mal bis zum Flop habe ich es damit geschafft. Das war aber gar nicht weiter tragisch, denn mit einer Kombination von 5 und 6 konnte ich mir einmalig eine sehr große Summe an Chips sichern.
Nach guten 90 Minuten hatte ich es endlich geschafft. Zumindest hatte ich es jetzt nur noch mit zwei Gegnern zu tun und ein kleiner Teil des Gewinns war mir auch sicher. Die Verteilung sah bei einer Einzahlung von drei Euro pro Person wie folgt aus: 30€ für den Sieger, 18€ für den Zweitplatzierten und immerhin noch 6€ für den Drittplatzierten. Die Chancen standen eigentlich nicht schlecht. Marius und Jan saßen mir noch gegenüber. Wobei von ersterem eine solch krasse Chipdominanz ausging, dass es für uns beide kaum noch möglich war ihn zu besiegen. Was mir jedoch gelang, war Jan vom Tisch zu nehmen. Da kann ich mich wiederum an sehr lustige Szenen erinnern. Einmal schlug ich ihn mit einem 2er-Drilling, ohne dies anfangs zu merken. Er dachte auch nicht das ich etwas halten würde, weil ich seiner Aussage nach wohl so verzweifelt wirkte. Manchmal trügt der Schein allerdings…
Was folgte muss für den armen Kerl wirklich sehr deprimierend gewesen sein. Zwei mal in Folge gelang es mir seinen Flush mit einem Full House zu schlagen. Beim zweiten Mal bedeutete das für ihn das Aus und ich sah mich mit Marius im Heads Up konfrontiert. Er besaß immernoch so dermaßen viele Chips, dass ich mich beim erstbesten Blatt dazu entschied ein all-in zu starten. Das ging mit zwei sechsen (66) aber leider nach hinten los und obwohl er nur einen König und eine acht hielt callte er natürlich und traf den König. Damit stand nach etwas mehr als vier Stunden endlich der Sieger fest und ich ging wieder raus und machte es mir im Garten gemütlich.
Was ich dort erlebte, war mal wieder ein super Beispiel dafür, welche Gesprächsthemen bei überhöhtem Alkoholkonsum auftreten. Nun weiß ich mehr über Hennings sexuelle Ausrichtung als ich jemals wissen wollte. Fast schon obligatorisch ist er auch wieder eingeschlafen, wenn auch nur für wenige Sekunden, aber ich sah ihm in Form eines Teelichts auf seinem Kopf schon wieder schlafend ein Licht aufgehen. Ihr denk das Wortspiel wäre schlecht? Glaubt mir, es gab in diesem obszönen, infantilen und ordinären Gespräch weitaus schlimmere und vor allem Unlustigere. Das übrigens trotz anwesendem Weibsvolk.
Vielen dank an den Film Das Leben des Brian für diese lustige Wortkreation…
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Mich selbst daran zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, ist das wichtigste Mittel, das ich je gefunden habe, um die großen Entscheidungen meines Lebens zu treffen. Fast alle Erwartungen, jeder Stolz oder die Furcht vor Peinlichkeiten oder einem Misserfolg verschwinden im Angesicht des Todes. Übrig bleibt nur, was wirklich wichtig ist.
Steve Jobs


