Von 61 auf 183
Die Freizeit-Mathematiker unter euch haben sicher direkt bemerkt, dass es sich hier um den Faktor 3 bei einer einfachen Multiplikation handelt. Vollkommen richtig, allerdings ist das überhaupt nicht das Thema und es geht auch nicht um die Beschleunigung eines Autos, aber damit sind wir immerhin schon sehr knapp am Thema.
Es geht in diesem Zusammenhang um meinen Puls. Der ist nämlich heute morgen schlagartig aus seinen gemütlichen circa 61 Schlägen pro Minute auf 183 gegangen. Natürlich total unerwartet, wie das halt meistens der Fall ist. Was eigentlich nicht der Fall sein sollte, ist die Tatsache in einer Rechtskurve zu überholen. Selbstverständlich auch nicht in einer Linkskurve, zumindest wenn diese komplett uneinsichtig sind. So was kann man im Rennsport gerne machen, aber nicht auf deutschen Straßen, denn dort gilt nun mal die StVO. Eigentlich eine grundlegende Sache, die man spätestens in der Fahrschule lernt.
Bei einigen Teilnehmern im aktiven Straßenverkehr kommt man dann doch manchmal ins Grübeln, ob besagte Personen den Führerschein nicht vielleicht doch im Lotto gewonnen haben. Diese Frage kam mir gestern morgen nach meiner bisher extremsten und vermutlich auch knappsten Situation mal wieder in den Sinn.
Ich fahre also gemütlich gegen kurz nach 7°° auf der Berliner Straße in Richtung Ortsausgang Bad Wildungen. Nachdem man das Industriegebiet rechts neben sich gelassen hat kommt man in eine nicht einsehbare Linkskurve. In dieser befand ich mich nichtsahnend, während plötzlich vor mir auf meiner Fahrbahn ein silberner PKW auftauchte, der tatsächlich der Meinung war dort zwei weitere Autos überholen zu müssen.
Das muss so der Punkt gewesen sein, in dem sich mein Herzschlag verdreifachte, zumindest gefühlt. Ich denke, dass ich so circa 75km/h drauf hatte, als ich dann so weit wie möglich außen fuhr. Der andere Wagen muss in etwa genauso schnell unterwegs gewesen sein. Glücklicherweise war zwischen den beiden Autos auf der anderen Fahrbahn noch etwas Platz, wenn auch nicht viel, aber es reichte für den 10-Sekunden-Geisterfahrer aus dort zwischen und kurz vor dem zärtlichen berühren meiner Stoßstange wieder einzuscheren.
Ich glaube so wach bin ich um diese Uhrzeit noch nie gewesen. Nicht das ich vorher müde gewesen wäre, ganz im Gegenteil, aber das war dann doch schon eine Spur zu krass für einen eigentlich idyllischen Mittwochmorgen…
In meiner Traumwelt ohne Grenzen wäre ich nach einem perfekten U-Turn wie er im Lehrbuch eines Stuntman steht dem Typen (oder vielleicht auch einer Frau) hinterher gefahren, um ihn wenige Minuten später mit einem Meinungsverstärker zur Besinnung zu bringen.
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Zufallszitat
Man benutzt Twitter nicht, um seine alten Klassenkameraden wiederzufinden, sondern die Leute zu suchen, mit denen man gerne zur Schule gegangen wäre, wenn man die Wahl gehabt hätte.
Sebastian Baumer


