Du warst ja nicht online…

Jul 22, 2010   //   by n1Ls   //   Mein Leben  //  5 Comments

Bereits nach meiner erstmaligen Installation eines ICQ-Clienten – das muss so im Jahre 2002 gewesen sein – lernte ich schnell die Vorzüge dieser neuen Art der Kommunikation kennen.
Telefonieren und SMS kosteten ja bekanntlich Geld und bis mal jemand auf eine E-Mail antwortete verstrichen oft mehrere Tage. Die Vorteile des Instant Messaging (kurz IM) lagen also klar auf der Hand. Einzige Voraussetzung ist, dass beide Teilnehmer gleichzeitig online sind. Muss ich ja nicht weiter drauf eingehen, ihr kennt das Spielchen.

Was ich damals allerdings noch nicht zu ahnen vermag, war die Tatsache, dass diese Technik auch so ihre Nachteile mit sich bringen kann.

Es gibt Menschen, die haben über Jahre hinweg einen ausgeprägten Sinn für Kommunikation entwickelt. Natürlich gibt es von dieser Sorte auch das absolute Gegenteil. Die Art und Weise ihrer Verständigung ist teilweise stark invalide wie sonst vielleicht nur der Affe von Eric Cartman beim Buchstabierwettbewerb.

Ob es am Drogenkonsum in der Jugend lag, der mangelnden Erziehung, dem sozialem Umfeld oder vielleicht eine Kombination von allen drei Faktoren ist selten sicher und lässt sich wenn überhaupt nur erahnen.

Zwischen diesen beiden, ja fast schon Extremfällen, die ich hier geschildert habe gibt es natürlich auch noch eine Mischung aus beiden.

Um zu meiner eigentlichen Kernaussage zu gelangen ist es fast schon nebensächlich in welche Kategorie man eine Person steckt. Das wäre ja klischeehafte Schubladendenkerei und da bin ich weiß Gott, auch kein Freund von.

So geschieht es in diversen Freundeskreisen, dass man sich zum Minigolf, Angeln oder was auch immer verabredet und da ist es natürlich praktisch, wenn gute 90% der Partizipierenden dann auch online sind. Ist man dies eben nicht, soll aber Teil dieser Planung werden gibt es zwei Möglichkeiten.

1.) Jemand versucht beispielsweise per Telefon die Kommunikation herzustellen
2.) Niemand kommt auf Idee Numero Uno und man bekommt von all dem nichts mit

Dann wiederum liegt es an den Leuten selbst vielleicht doch mal den Hörer in die Hand zu nehmen, um entsprechende Personen auch außerhalb des Internets zu kontaktieren. Das wiederum ist natürlich abhängig von sozialer Kompetenz die ich bereits weiter oben im Text angesprochen habe und wenn man sich am Abend darauf in einer gemütlichen Runde unterhält, aber jemand feststellt, dass er am thematisierten Ereignis gar nicht teilgenommen hat, kann schon mal der Satz „Du warst ja nicht online…“ fallen.

Viele Menschen setzen die Abwesenheit im Netz damit gleich, dass derjenige wahrscheinlich gerade Einkaufen ist, den Geschlechtsakt vollzieht oder sowieso keine Zeit hat. Irren ist menschlich.

Und wenn das jetzt keine geniale Überleitung für das Finale des 15. jährlichen South Park Buchstabierwettbewerbs ist weiß ich auch nicht. MAZ ab!

Danke fürs Lesen.


5 Comments

  • Fuck, Ohrwurm…

    • Wovon hast du denn bitte einen Ohrwurm? :D

  • Sämtliche Werte, die uns Menschen auszeichnen, werden von dieser virtuellen Irrenanstalt verschluckt. Ich könnte mich in Rage reden…

    • Mir geht es da absolut genauso…
      Könnte man mal eine HateNight-Folge zu machen ;)

  • SouthPark Videos werten vermutlich jeden Blog auf.
    Gefällt :D

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  • 23.05.2011 Kein Beitrag :(

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Zufallszitat

#84
Als ich 5 Jahre alt war, hat mir meine Mutter immer gesagt, dass Fröhlichkeit das wichtigste im Leben sei. Als ich in die Schule kam, wurde ich gefragt, was ich sein will, wenn ich groß bin. Ich schrieb „fröhlich“. Sie meinten, ich hätte den Arbeitsauftrag nicht verstanden.
Ich sagte ihnen, sie hätten das Leben nicht verstanden.


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