Stillstand ist der Tod

Jan 23, 2011   //   by n1Ls   //   Mein Blog  //  3 Comments

Der erste Monat im neuen Jahr ist noch nicht vorbei und ich habe trotzdem schon wieder das Gefühl Urlaubsreif zu sein. Mal eben für zwei Wochen nach Südaustralien, wie manche anderer Blogger, ist derzeit aber leider nicht drinne und dann versucht man sich natürlich auf andere Art und Weise sich das Maximum an Erholung abzuholen. Wie gut, dass hier noch Freikarten für die Kurhessen Therme lagen. Da wurde nicht lange diskutiert, sondern auf schnellstem Weg ohne Umwege straight nach Kassel gefahren.

Irgendwie hatte ich die Hütte größer in Erinnerung, was aber vermutlich daran lag, dass ich das letzte Mal dort war, als man mein Alter noch an zwei Händen abzählen konnte. Trübte den Eindruck aber nur zu Beginn minimal. Letztendlich habe ich die größtmögliche Entspannung genossen. Schwimmen im Thermalsolewasser (selbstverständlich auch im Außenbereich), entspannt im Whirlpool sitzen und natürlich auch Saunieren – das volle Programm eben.
Im Anschluss nochmal italienisch gegessen, um den Tag auch kulinarisch optimal ausklingen zu lassen, zu Hause nochmal fix geduscht, Bademantel umgeworfen, Paul Kalkbrenner aufgelegt und nochmal relaxed den Feed Reader aufgemacht.

Auf Grund akut einsetzender Müdigkeit überfliege ich nur einige Artikel, bis ich schließlich die Überschrift Klappe zu. Affe tot. lese. Beim Lesen des ersten Absatzes werde ich dann kurzzeitig wieder etwas wacher:

Ich weiß nicht, ob es euch schon aufgefallen ist, aber abgesehen von den durchschnittlich 2,3 wahnsinnig anspruchsvollen, gut durchdachten und extrem brillant geschriebenen Artikeln im Monat geht ja hier auf diesem Blog nicht mehr besonders viel.

Ich denke mir, dass ich das irgendwo her kenne und schmökere weiter.
Am Ende angekommen bestätigt sich mein Vermutung und auch ich stelle (erneut) fest, dass ich in den letzten Monaten (im Vergleich zum Blogbeginn) vergleichsweise wenig Text publiziert habe. Bei mir sind die Gründe ähnlich.

1. Twitter – Oft lohnt es sich gar nicht mehr einen kompletten Artikel zu schreiben, wenn ich den Kerngedanken einer Seite auch in 140 Zeichen komprimieren kann.

2. Statistik – Die Besucherzahlen hier schwanken oft mehr, als Schiffe in Seenot und das meine ich so wie ich es schreibe. Weiß der Kuckuck warum. Die Leser bekomme das oft nicht mit, aber mich kotzt das einfach an. Das mag manchen Bloggern vielleicht egal sein, ob jetzt ein Artikel 10 oder 100 mal gelesen wird, mir allerdings nicht.

3. Feedback – Ergibt sich auch ein bisschen aus dem zweiten Punkt. Die häufigste Form taucht wohl in den Kommentaren auf. “Schöner Artikel” oder “Tolle Bilder – weiter so!” aber wenn man kein vernünftiges Feedback bzw. noch seltener konstruktive Kritik bekommt, weiß man als Autor doch nicht mal wirklich was den Lesern gefällt. Auch das kotzt mich maßlos an.

Vielleicht hätte ich das hier alles auch weniger dramatisch schreiben können, aber irgendwo muss man ja auch mal menschlich und vor allem Ernst sich selbst gegenüber sein.
Ich habe in den letzten Wochen viel getan, um meinen Blog etwas bekannter zu machen. Habe mich beispielsweise in einige Blog-Verzeichnisse eingetragen und bin sogar soweit gegangen mich bei Facebook anzumelden (was ich eigentlich immer kategorisch abgelehnt habe) um dort ebenfalls für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Bisher ist das irgendwie alles noch ziemlich ernüchternd und trotzdem versuche ich mich irgendwie von der breiten Masse abzuheben. Das klingt jetzt im ersten Moment vielleicht alles furchtbar depressiv und jämmerlich, aber das ist es nicht. Lest zwischen den Zeilen…


3 Comments

  • Man muss, wie alles im Leben, relativ sehen. Man muss sich selber klar machen in welcher Liga man spielt und welche Ziele man erreichen möchte.
    Das ein Blog über Wikileaks, der vermutlich auf Englisch gehalten ist, von der ganzen Welt gelesen werden kann sollte ein Pushfaktor sein. Außerdem solltest du mit einbeziehen, dass du nunmal über lokale Geschehnisse oder sonstigen Kram bloggst. Deswegen grenzt es das Interesse der Leser auch ein. Wie du siehst ist das Feld sehr klein, was man ansprechen kann, deshalb sollte man das ganze nüchtern betrachten.
    Ich kann dich aber anhand einer Studie, oder Analyse, beruhigen bzw. beunruhigen – in 20 Jahren soll ganz Nordhessen keine jungen Menschen mehr haben. Das kann man nun sehen wie man möchte.

    Nils

  • Ist das Schwanken der Besucherzahlen nicht normal ?
    Ist die Frage nach nach dem Sinn und der Liga nicht normal ?
    Die Frage ist echt wie mein Vorgänger schon geschrieben hat in welche Richtung man will, soll es kommerziell werden, wieviel Zeit habe ich für meinen Blog und wie hoch ist die Konkurenz in meinem Themenbereich.
    Besorge ich mir Klicks durch Memen oder schleime ich bei A-Bloggern und was will ich damit erreichen ?
    Mach was Du möchtest und fühle Dich frei.

    • Besten Dank für die ausführlichen Kommentare.

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