Rammstein, 09.12.2011, Frankfurt – Der Versuch eines Konzertberichts
Ein Konzertbericht für Rammstein verfassen und Abwesenden zu versuchen die Stimmung rüberzubringen dürfte ähnlich schwer sein wie das Schreiben eines Fahrberichts über einen Bugatti Veyron.

2009 war ich bereits auf der LIFAD-Tour, ebenfalls in Frankfurt und man konnte daher schon ganz gut einschätzen was einen erwartet. Gut 90-minütiges warten vor der Festhalle bis zum Einlass, weitere zwei Stunden warten bis Vorband auftritt (Deathstars aus Schweden, gute 30 Minuten Spielzeit) und dann nochmal warten bis um 21°° Uhr das eigentliche Highlight des Abends beginnt.
Das alles ist schnell vergessen, wenn die Band zu brachialer Instrumentalmusik mit einer Fackel und unter anderem einer hessischen Fahne durch das Publikum auf eine kleine Bühne in der Mitte der Festhalle marschiert. Dort halten sie inne, bis die gefühlt 20 Meter lange, von der Bühnendecke herabgelassene Stahlbrücke sich mit der Haupttribüne verbindet, setzen ihren Marsch anschließend fort und vom Feuer begleitet kracht der Opener Sonne durch die Halle.
Ich erinnere mich noch, dass es beim dritten Lied 2009 (Waidmanns Heil) schon so dermaßen vorwärts ging, dass wir uns teilweise aus den Augen verloren. Im Gegensatz zu damals standen wir aber nicht in der 6. Reihe vor der Bühne, sondern direkt in der 1. Reihe hinter dem Wellenbrecher, was sich als gute Wahl herausstellen sollte.
Aus der Best-Of-Tracklist folgten mit Feuer Frei!, Mutter, Mein Teil, Du riechst so gut, Links 2-3-4 und Du hast permanente Höhepunkte. Zu Haifischfuhr Flake mal wieder mit einem Schlauchboot über die Menge.
Wenn es ein Highlight der Highlights gab, dann waren es sicher die folgenden drei Lieder, die von Till und Co. auf der anfangs erwähnten Bühne in mitten der Menge gespielt wurden. Es begann mit einem erneuten herablassen der Brücke und einem sichtlich sehr gut gelaunten Richard, der bereits am Keyboard einen Elektro-Remix von Bück Dich zum Besten gab. Die folgenden Bilder werden sicherlich noch lange in den Köpfen vieler Konzertbesucher bleiben. Schneider führt als Hausfrau verkleidet den Rest der Band zusammengekettet auf allen Vieren an einer Hundeleine vor sich her. Bei Richard angekommen performen sie Bück Dich während Lindemann gegen Ende des Songs die Menge mit Kunstejakulat bespritzt. Bevor sie wieder den Weg zur Hauptbühne antreten folgen Mann gegen Mann und Ohne Dich.
Hier mal die Setlist aus Frankfurt wie ich sie in Erinnerung habe:
1. Sonne
2. Wollt ihr das Bett in Flammen sehen
3. Keine Lust
4. Sehnsucht
5. Asche zu Asche
6. Feuer Frei!
7. Mutter
8. Mein Teil
9. Du riechst so gut
10. Links 2-3-4
11. Du hast
12. Haifisch
13. Bück dich
14. Mann gegen Mann
15. Ohne dich
16. Mein Herz brennt
17. Amerika
18. Ich will
19. Engel
20. Pussy
Ich kann diese Show echt nur jedem empfehlen, auch wenn man der Musik vielleicht nicht unbedingt etwas abgewinnen kann. Man sollte einfach mal gesehen haben, wie präzise es zwei Stunden lang möglich ist Musik, Feuer, Dampf und Rauch synchron zu halten. Viele wissen zudem nicht, dass Lindemann ausgebildeter Feuerwerkstechniker ist und daher erklärt er die grandiose Bühnenshow damit, dass Rammstein „einfach die härtere David-Copperfield-Show“ sei.”
Bilder hätte ich dank Christoph auch zur Hand, sehe aber dank Pilgrim-Management davon ab hier welche zu posten. Wer sich trotzdem welche anschauen möchte, im Blog von Sibel (http://www.rock-rendezvous.de) wird man fündig.
Für die nächste Tour haben wir uns übrigens auch vorgenommen in der ersten Reihe zu stehen…
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Helden?
Gott – Erst erschuf Gott den Mann. Er stattete ihn mit allen coolen Features aus, die er sich nur vorstellen konnte. Er machte ihn groß und stark, damit er Bären bekämpfen und Kampfjets fliegen konnte, er stattete ihn mit unglaublicher Geschicklichkeit aus, damit er sich gegen andere Männer in der (ebenfalls von Gott erfundenen) Fussball-Bundesliga messen konnte, er gab ihm ein großes gut strukturiertes Gehirn, damit er kreativ wie Van Gogh oder intelligent wie Alfred Einstein sein konnte. Dann schaute Gott auf seine Sanduhr und stellte fest, er hat noch etwas Zeit über. Er erschuf die Frau. Aber er hatte ja schon alle guten Ideen verbraten. Genauso wie bei LEGO Technik, wenn man die coolen Teile schon alle benutzt hat und am Ende noch ein paar Steine über hat, aus denen man dann hilflose, kleine Ersatz-Fahrzeuge bastelt, die aber nicht halb so viele Funktionen wie das erste haben. Ich schweife ab. Wie war die Frage noch mal?
Nils Bomhoff, Etienne Gardé
GIGA Late Knights



Am 08.12 haben sie sich mit den Worten “Meine Fresse, die Hesse´” verabschiedet :)
Und ja, das mit Pilgrim-Management ist so eine Sache, …