Wir, die Netz-Kinder
Auf netzpolitik.org bin ich auf einen sehr interessanten Zeitungsartikel aufmerksam geworden. Verfasst wurde er vom polnischen Dichters Piotr Czerski und für Zeit-Online von Patrick Beuth und Andre Rudolph übersetzt. Schön, dass der Artikel unter CC-BY-SA-Lizenz steht:
Wir, die Netz-Kinder
Es gibt wohl keinen anderen Begriff, der im medialen Diskurs ähnlich überstrapaziert worden ist, wie der Begriff “Generation”. Ich habe einmal versucht, die “Generationen” zu zählen, die in den vergangenen zehn Jahren ausgerufen worden sind, seit diesem berühmten Artikel über die sogenannte “Generation Nichts”. Ich glaube, es waren stolze zwölf. Eines hatten sie alle gemeinsam: Sie existierten nur auf dem Papier. In der Realität gab es diesen einzigartigen, greifbaren, unvergesslichen Impuls nicht, diese gemeinsame Erfahrung, durch die wir uns bleibend von allen vorangegangenen Generationen unterscheiden würden. Wir haben danach Ausschau gehalten, doch stattdessen kam der grundlegende Wandel unbemerkt, zusammen mit den Kabeln, mit denen das Kabelfernsehen das Land umspannte, der Verdrängung des Festnetzes durch das Mobiltelefon und vor allem mit dem allgemeinen Zugang zum Internet. Erst heute verstehen wir wirklich, wie viel sich in den vergangenen 15 Jahren verändert hat.
Wir, die Netz-Kinder; die mit dem Internet und im Internet aufgewachsen sind, wir sind eine Generation, welche die Kriterien für diesen Begriff gleichsam in einer Art Umkehrung erfüllt. Es gab in unserem Leben keinen Auslöser dafür, eher eine Metamorphose des Lebens selbst. Es ist kein gemeinsamer, begrenzter kultureller Kontext, der uns eint – sondern das Gefühl, diesen Kontext und seinen Rahmen frei definieren zu können.
Indem ich das so schreibe, ist mir bewusst, dass ich das Wort “wir” missbrauche. Denn unser “wir” ist veränderlich, unscharf, früher hätte man gesagt: vorläufig. Wenn ich “wir” sage, meine ich “viele von uns” oder “einige von uns”. Wenn ich sage “wir sind”, meine ich “es kommt vor, dass wir sind”. Ich sage nur deshalb “wir”, damit ich überhaupt über uns schreiben kann.
Erstens: Wir sind mit dem Internet und im Internet aufgewachsen. Darum sind wir anders; das ist der entscheidende, aus unserer Sicht allerdings überraschende Unterschied: Wir “surfen” nicht im Internet und das Internet ist für uns kein “Ort” und kein “virtueller Raum”. Für uns ist das Internet keine externe Erweiterung unserer Wirklichkeit, sondern ein Teil von ihr: eine unsichtbare, aber jederzeit präsente Schicht, die mit der körperlichen Umgebung verflochten ist.
Wir benutzen das Internet nicht, wir leben darin und damit. Wenn wir euch, den Analogen, unseren “Bildungsroman” erzählen müssten, dann würden wir sagen, dass an allen wesentlichen Erfahrungen, die wir gemacht haben, das Internet als organisches Element beteiligt war. Wir haben online Freunde und Feinde gefunden, wir haben online unsere Spickzettel für Prüfungen vorbereitet, wir haben Partys und Lerntreffen online geplant, wir haben uns online verliebt und getrennt.
Das Internet ist für uns keine Technologie, deren Beherrschung wir erlernen mussten und die wir irgendwie verinnerlicht haben. Das Netz ist ein fortlaufender Prozess, der sich vor unseren Augen beständig verändert, mit uns und durch uns. Technologien entstehen und verschwinden in unserem Umfeld, Websites werden gebaut, sie erblühen und vergehen, aber das Netz bleibt bestehen, denn wir sind das Netz; wir, die wir darüber in einer Art kommunizieren, die uns ganz natürlich erscheint, intensiver und effizienter als je zuvor in der Geschichte der Menschheit.
Wir sind im Internet aufgewachsen, deshalb denken wir anders. Die Fähigkeit, Informationen zu finden, ist für uns so selbstverständlich wie für euch die Fähigkeit, einen Bahnhof oder ein Postamt in einer unbekannten Stadt zu finden. Wenn wir etwas wissen wollen – die ersten Symptome von Windpocken, die Gründe für den Untergang der Estonia, oder warum unsere Wasserrechnung so verdächtig hoch erscheint – ergreifen wir Maßnahmen mit der Sicherheit eines Autofahrers, der über ein Navigationsgerät verfügt.
Wir wissen, dass wir die benötigten Informationen an vielen Stellen finden werden, wir wissen, wie wir an diese Stellen gelangen und wir können ihre Glaubwürdigkeit beurteilen. Wir haben gelernt zu akzeptieren, dass wir statt einer Antwort viele verschiedene Antworten finden, und aus diesen abstrahieren wir die wahrscheinlichste Version und ignorieren die unglaubwürdigen. Wir selektieren, wir filtern, wir erinnern – und wir sind bereit, Gelerntes auszutauschen gegen etwas neues, besseres, wenn wir darauf stoßen.
Für uns ist das Netz eine Art externer Festplatte. Wir müssen uns keine unnötigen Details merken: Daten, Summen, Formeln, Paragrafen, Straßennamen, genaue Definitionen. Uns reicht eine Zusammenfassung, der Kern, den wir brauchen, um die Information zu verarbeiten und mit anderen Informationen zu verknüpfen. Sollten wir Details benötigen, schlagen wir sie innerhalb von Sekunden nach.
Wir müssen auch keine Experten in allem sein, denn wir wissen, wie wir Menschen finden, die sich auf das spezialisiert haben, was wir nicht wissen, und denen wir vertrauen können. Menschen, die ihre Expertise nicht für Geld mit uns teilen, sondern wegen unserer gemeinsamen Überzeugung, dass Informationen ständig in Bewegung sind und frei sein wollen, dass wir alle vom Informationsaustausch profitieren. Und zwar jeden Tag: Im Studium, bei der Arbeit, beim Lösen alltäglicher Probleme und wenn wir unseren Interessen nachgehen. Wir wissen, wie Wettbewerb funktioniert und wir mögen ihn. Aber unser Wettbewerb, unser Wunsch, anders zu sein, basiert auf Wissen, auf der Fähigkeit, Informationen zu interpretieren und zu verarbeiten – nicht darauf, sie zu monopolisieren.
Zweitens: Die Teilnahme am kulturellen Leben ist für uns keine Beschäftigung für den Feiertag: die globale Kultur ist der Sockel unserer Identität, wichtiger für unser Selbstverständnis als Traditionen, die Geschichten unserer Ahnen, sozialer Status, die Herkunft oder sogar unsere Sprache. Aus dem Ozean der kulturellen Ereignisse fischen wir jene, die am besten zu uns passen, wir treten mit ihnen in Kontakt, wir bewerten sie und wir speichern unsere Bewertungen auf Websites, die genau zu diesem Zweck eingerichtet wurden und die uns außerdem andere Musikalben, Filme oder Spiele vorschlagen, die uns gefallen könnten.
Einige dieser Filme, Serien oder Videos schauen wir uns gemeinsam mit Kollegen an, oder aber mit Freunden aus aller Welt, unser Urteil über andere wird oft nur von einer kleinen Gruppe von Menschen geteilt, denen wir vielleicht niemals persönlich gegenüberstehen werden. Das ist der Grund für unser Gefühl, dass Kultur gleichzeitig global und individuell wird. Das ist der Grund, warum wir freien Zugang dazu brauchen.
Es bedeutet nicht, dass wir Zugang zu allen kulturellen Gütern verlangen, ohne dafür zahlen zu müssen – obwohl wir das, was wir selbst schaffen, meistens einfach nur in Umlauf bringen. Wir verstehen, dass Kreativität – trotz der zunehmenden Verbreitung von Technologien, mit denen jeder Mensch Film- oder Musikdateien in einer Qualität erstellen kann, die früher Profis vorbehalten war – immer noch Anstrengungen und Investitionen erfordert. Wir sind bereit zu zahlen, aber die gigantischen Aufschläge der Zwischenhändler erscheinen uns ganz einfach als unangemessen. Warum sollten wir für die Verbreitung von Informationen zahlen, die schnell und perfekt kopiert werden können, ohne den Wert des Originals auch nur um ein Jota zu verringern? Wenn wir nur die reine Information bekommen, verlangen wir einen angemessenen Preis. Wir sind bereit, mehr zu zahlen, aber dann erwarten wir auch mehr: eine interessante Verpackung, ein Gadget, höhere Qualität, die Option, es hier und jetzt anzuschauen, ohne warten zu müssen, bis die Datei heruntergeladen ist. Wir können durchaus Dankbarkeit zeigen und wir wollen den Künstler belohnen (seit Geld nicht mehr aus Papier besteht, sondern aus eine Reihe von Zahlen auf einem Bildschirm, ist das Bezahlen zu einem eher symbolischen Akt geworden, von dem eigentlich beide Seiten profitieren sollen), aber die Verkaufsziele irgendwelcher Konzerne interessieren uns kein bisschen. Es ist nicht unsere Schuld, dass ihr Geschäft in seiner traditionellen Form nicht mehr sinnvoll ist und dass sie, anstatt die Herausforderung zu akzeptieren und zu versuchen, uns mit etwas zu erreichen, das uns mehr bietet als wir umsonst haben können, entschieden haben, ihre veralteten Lösungen zu verteidigen.
Noch etwas: Wir wollen nicht für unsere Erinnerungen bezahlen. Die Filme, die uns an unsere Kindheit erinnern, die Musik, die uns vor zehn Jahren begleitet hat: In einem externen Netzgedächtnis sind sie einfach nur Erinnerungen. Sie hervorzurufen, sie auszutauschen, sie weiterzuentwickeln, das ist für uns so normal wie für euch die Erinnerung an Casablanca. Wir finden im Netz die Filme, die wir als Kinder gesehen haben und wir zeigen sie unseren Kindern, genauso wie ihr uns die Geschichte von Rotkäppchen oder Goldlöckchen erzählt habt. Könnt ihr euch vorstellen, dass euch jemand deswegen anklagt, gegen ein Gesetz verstoßen zu haben? Wir auch nicht.
Drittens: Wir sind es gewohnt, dass unsere Rechnungen automatisch bezahlt werden, so lange unser Kontostand es erlaubt. Wir wissen, dass wir nur ein Online-Formular ausfüllen und einen Vertrag unterschreiben müssen, den uns ein Kurier liefert, wenn wir ein Konto eröffnen oder den Mobilfunkanbieter wechseln wollen. Dass sogar ein Kurztrip auf die andere Seite von Europa inklusive Stadtrundfahrt innerhalb von zwei Stunden organisiert werden kann. Deshalb sind wir, als Nutzer des Staates, zunehmend verärgert über seine archaische Benutzeroberfläche. Wir verstehen nicht, warum wir für die Steuererklärung mehrere Formulare ausfüllen müssen, von denen das zentrale mehr als einhundert Fragen beinhaltet. Wir verstehen nicht, warum wir einen festen Wohnsitz (absurd genug, so etwas überhaupt haben zu müssen) erst förmlich abmelden müssen, bevor wir uns an einem anderen anmelden können – als könnten die Behörden diese Sache nicht auch ohne unser Eingreifen regeln.
In uns steckt nichts mehr von jener aus Scheu geborenen Überzeugung unserer Eltern, dass Amtsdinge von überaus großer Bedeutung und die mit dem Staat zu regelnden Angelegenheiten heilig sind. Diesen Respekt, verwurzelt in der Distanz zwischen dem einsamen Bürger und den majestätischen Höhen, in denen die herrschende Klasse residiert, kaum sichtbar da oben in den Wolken, den haben wir nicht. Unser Verständnis von sozialen Strukturen ist anders als eures: Die Gesellschaft ist ein Netzwerk, keine Hierarchie. Wir sind es gewohnt, das Gespräch mit fast jedem suchen zu dürfen, sei er Journalist, Bürgermeister, Universitätsprofessor oder Popstar, und wir brauchen keine besonderen Qualifikationen, die mit unserem sozialen Status zusammenhängen. Der Erfolg der Interaktion hängt einzig davon ab, ob der Inhalt unserer Botschaft als wichtig und einer Antwort würdig angesehen wird. Und da wir, dank Zusammenarbeit, ständigem Streit und dem Verteidigen unserer Argumente gegen Kritik das Gefühl haben, dass unsere Meinungen einfach die besseren sind, warum sollten wir dann keinen ernsthaften Dialog mit der Regierung erwarten dürfen?
Wir fühlen keinen religiösen Respekt für die “demokratischen Institutionen” in ihrer derzeitigen Form, wir glauben nicht an ihre unumstößliche Rolle, wie es diejenigen tun, die alle “demokratischen Institutionen” als Denkmäler betrachten, die sie selbst bauen und die zugleich für sie selbst gebaut werden. Wir brauchen keine Denkmäler. Wir brauchen ein System, das unsere Erwartungen erfüllt, ein transparentes und funktionierendes System. Und wir haben gelernt, dass Veränderung möglich ist: dass jedes in der Handhabung umständliche System ersetzt werden kann und ersetzt wird, durch eines, das effizienter ist, das besser an unsere Bedürfnissen angepasst ist und uns mehr Handlungsmöglichkeiten gibt.
Was uns am wichtigsten ist, ist Freiheit. Redefreiheit, freier Zugang zu Informationen und zu Kultur. Wir glauben, das Internet ist dank dieser Freiheit zu dem geworden, was es ist, und wir glauben, dass es unsere Pflicht ist, diese Freiheit zu verteidigen. Das schulden wir den kommenden Generationen, so wie wir es ihnen schulden, die Umwelt zu schützen.
Vielleicht haben wir noch keinen Namen dafür, vielleicht sind wir uns dessen noch nicht vollständig bewusst, aber wahrscheinlich ist das, was wir wollen, eine wahre und tatsächliche Demokratie. Eine Demokratie, wie sie sich vielleicht nicht einmal eure Journalisten erträumt haben.
ACTA
Wäre ich absoluter Pessimist, so würde ich mich vermutlich mit diesem Video und der Infografik darunter aus dem heutigen Internet verabschieden und meinen Blog dicht machen.
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(via netzpolitik.org & kraftfuttermischwerk.de)
Offener Brief an Kristina S.
Spätestens seit Serdar Somuncu und seiner Hatenight bin ich großer Fan davon, wenn mal jemand fürstlich seine Meinung geigt.
So geschehen vor kurzem in der Online-Ausgabe des Jugendradiosenders Fritz.
Mittlerweile hat man sich für den Beitrag entschuldigt und Offline genommen, aber ich habe natürlich noch das Original für euch:
Su Holder sagt der Familienministerin ihre Meinung!
~ Lesebrief entfernt ~
Im Kern mag die Kritik durchaus zutreffen, aber den letzten Satz hätte man sich vielleicht sparen können.
Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert – ihr auch?
P.S.: Barbra Streisand … uhuuuuuhuhuuuhuhuuuu
JMStV …und tschüss!
Hallo, mein Name ist Troy McClure, Sie kennen mich vielleicht noch aus Blogbeiträgen wie JMStV? und JMStV im Sommerlager.
Der Landtag von Nordrhein-Westfalen (NRW) hat am Donnerstag der Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) einstimmig die Zustimmung verweigert. Damit kann der neue, umstrittene Staatsvertrag nicht wie geplant am 1. Januar 2011 in Kraft treten, sondern ist vorerst vom Tisch.
Das Ergebnis kam zustande, weil die CDU-Landtagsfraktion am Dienstag erklärt hatte, gegen den Vertrag stimmen zu wollen. Dies war überraschend, weil noch im Juni der damalige CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers dem Vertragstext ohne Einschränkung zugestimmt und ihn unterschrieben hatte. Da auch die anderen Oppositionsparteien, FDP und Linke, den JMStV ablehnen, fehlte der Minderheitsregierung von SPD und Grünen jede Unterstützung. Wollten sie zuvor noch für den JMStV stimmen, beschlossen die Fraktionsmitglieder der beiden Parteien am Mittwoch, der Novellierung ebenfalls die Zustimmung zu verweigern. (heise.de)
Alle Aufregung umsonst. Udo Vetter hatte Recht. Headline bei gulli.com:
Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ist vom Tisch.
Wo wir gerade bei gulli sind, die haben zum Thema noch einen interessanten Artikel.
Allerdings nicht Deutschland betreffend sondern Übersee, genauer gesagt die Briten.
Berichten der heutigen Sunday Times zufolge soll schon nächstes Jahr von allen großen Internet-Anbietern verlangt werden, dass sie den Surfern jegliche Pornoseiten sperren sollen. Demnach müssten alle Kunden erst ihren ISP um Erlaubnis bitten, wollen sie derartige Webseiten besuchen.
Müssen Anbieter wie YouPorn, Pornhub & Co. demnächst auf viele britische Surfer verzichten? Im Januar 2011 soll zur Klärung dieser Frage eine Konferenz veranstaltet werden, die sich aus Regierungsvertretern und Mitarbeitern der großen britischen Internet-Anbieter zusammensetzen wird. Es gilt Ideen auszutauschen, wie man künftig allen Minderjährigen den Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten im Web unterbinden kann.
Weiterlesen:
Jugendschutz: Britische Regierung plant Blockade aller Pornoseiten
Kommentar dazu von Peter Pagel: Schade.
WikiLeaks, Operation Black Face, Julian Assange…
Wenn man mit einem Thema anfängt (wie aktuell WikiLeaks) hat man irgendwo nicht nur das Interesse sich selbst darüber up²date zu halten, sondern auch die Leser im Blog. Aus aktuellem Anlass also an dieser Stelle mal eine kurze Zusammenfassung was in den letzten Tagen geschrieben und gedacht wurde:
- Wikileaks-Mitgründer Julian Assange darf das Gefängnis in London verlassen. Das entschied das höchste britische Zivilgericht am Donnerstag in zweiter Instanz. Der 39 Jahre alte Australier saß wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs zweier Frauen auf Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls aus Schweden seit mehr als einer Woche in Untersuchungshaft. (heise.de)
- In den USA wird momentan angeblich an einer neuen Anschuldigung gegen WikiLeaks-Sprecher Julian Assange gearbeitet. Dabei geht es um den Straftatbestand der Verschwörung (“conspiracy”): Assange soll, so die Überlegungen, den mutmaßlichen Whistleblower Bradley Manning konspiriert und diesen zur Weitergabe von Geheimdokumenten ermutigt haben. (gulli.com)
- Anonymous ruft weltweit zur “Operation Black Face“ auf. Eine für den 18. Dezember geplante Aktion.
Die Menschen sind aufgerufen, an diesem Tag ihre Profilbilder in sozialen Netzwerken durch ein schwarzes Bild zu ersetzen, oder/und schwarze Kleidung, oder eine schwarze Armbinde zu tragen um damit gegen die Feindseligkeiten und Repressalien der Politik gegenüber WikiLeaks und anderen Transparenz fordernden Organisationen zu protestieren. (WikiLeaks)
- Übrigens, bei dem ganzen Heldenkult gerade um Julian Assange… ich finde ja, Bradley Manning sollte den Friedensnobelpreis kriegen. Dieser Milchbubi hat uns allen gezeigt, was Zivilcourage ist, und wird jetzt in einem Loch vom Obama-Regime in Isolation gehalten, man könnte gar von Folter reden. (…) Ich fände das auch ansonsten sehr passend. Der letzte Friedensnobelpreis ging an einen Helden, der in einem totalitären Staat in Haft sitzt. Das sollten wir nächstes Jahr wieder so machen. Überhaupt sollten wir das immer so machen.
Der Gedanke, dass der Friedensfürst Obama einen gekriegt hat, gibt mir Brechreiz. (Fefe)
Wer noch mehr lesen will:
[»] http://www.schieb.de Operation Blackface: Demo im Web für mehr WikiLeaks und Redefreiheit
[»] http://www.theintelligence.de Verbindung zwischen Julian Assange und dem Haus Rothschild
[»] http://www.digiom.wordpress.com Wer oder was ist Anonymous – was ist Anonymous nicht?
[»] http://www.lokalrunde.wordpress.com Fidel Castro: Julian Assange hat der USA die Stirn geboten!
…und weil Bilder Artikel bekanntlich optisch aufwerten:

(via)
Ich wünsche ein informatives Wochenende und einen schwarzen Samstag!
JMStV?
In ziemlich genau einem Monat (am 01.01.2011) tritt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Neuauflage des Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) in Kraft. Experten bezeichnen das Ganze jetzt schon als Pfusch und erste Blogger schließen ihre Seiten. Was ist da los?
Zunächst ein mal sei gesagt, dass ich von diesem Plan gar nichts mitbekommen hätte, wenn ich nicht entsprechende Blogs oder Seiten lesen würde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass zumindest in meiner regionalen Tageszeitung nicht darüber berichtet wurde, ebenso wenig im Fernsehen. Letzteres kann ich vielleicht nicht richtig beurteilen, weil ich das Teil seltener Anhabe als Sasha Grey Kleidung, aber es würde mich doch stark wundern.
Mal ein kurzer Auszug zum besseren Verständnis:
„Unbeschadet strafrechtlicher Verantwortlichkeit sind Angebote ferner unzulässig, wenn sie… offensichtlich geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit unter Berücksichtigung der besonderen Wirkungsform des Verbreitungsmediums schwer zu gefährden“.
Prof. Dr. Thomas Hoeren zum Beispiel schreibt dazu auf dem Beck-Blog:
“Wer diesen Text geschrieben hat, kann kein Jurist gewesen sein. Egal wie man zu dem Zweck der Regelung steht, hier stimmt handwerklich nichts.”, und: “Liebe Politik, bitte verzichtet auf solche Gesetze Stoppt den Unsinn und denkt lange nach, bevor Ihr wirklich an das “Machen” von Gesetzen geht. Gesetze wollen handwerklich und dogmatisch sauber geschrieben sein, das braucht Zeit, Ruhe und Verstand.
Anwalt Udo Vetter hat mit dem Artikel »Blogger können leidlich gelassen bleiben« alles mal sehr schön zusammen gefasst und auf den Punkt gebracht. Wirklich sehr lesenswert.
Er kommt zu dem Fazit, dass das Bloggen in Zukunft mit neuem Jugendschutzgesetz zwar nicht einfacher werden würde, aber man keine Panik bekommen und erstmal ruhig bleiben sollte.
Bei Nerdcore bzw. http://www.eayz.net bin ich dann noch auf ein sehr hilfreiches Plugin gestoßen.
Mein kleines WordPress-Plugin hört auf den Namen Spätvorstellung und ermöglicht es, einen Artikel oder eine Seite (oder auch nur einen Teil davon) erst nach und nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit anzeigen zu lassen. So lassen sich “Sendezeiten” für einzelne Beiträge, z.B. von 22 bis 6 Uhr, einrichten. Tagsüber wird anstelle des eigentlichen Inhalts nur der folgende, beliebig anpassbare Hinweis angezeigt.
Da denke ich derzeit auch schon drüber nach und werde bei Gelegenheit sicherlich einen witzigen Hinweis mit entsprechendem Bild darstellen. Be prepared!
Wer sich jetzt immernoch nicht ausreichend informiert oder vielleicht auch einfach nur tierisch gelangweilt fühlt, kann auf folgenden Seiten weiterlesen:
http://www.netzpolitik.org
http://www.was-is-hier-eigentlich-los.de
http://blog.odem.org
http://www.amypink.com
http://yuccatree.de
Mein eigenes Fazit: Ich werde in Zukunft davon absehen solche Wörter wie Titten, Oralapostel, Ficken, Analritter, Hurensohn oder Scheisse in meinen Beiträgen zu verwenden, wie man es ja sonst eigentlich immer von mir gewohnt war. Des Weiteren verzichte ich auf die ausführlichen Testberichte, die ich gerne zu jeglichem Sexspielzeug geschrieben habe.
Bildquelle: http://blog.pantoffelpunk.de
Unbeschadet strafrechtlicher Verantwortlichkeit sind Angebote ferner unzulässig
Mehr lesen zu §§ 3-6 JMStV | Jugendschutzrecht | Gesetze von http://www.jugendschutzbeauftragte.net
Nachgelegt: Google Street View
Kurzer Nachtrag zum [»] letzten Artikel.
Auf gulli.com habe ich zum Thema einen sehr interessanten Artikel bzw. Kommentar gefunden.
Kurzer Auszug:
FAZ-Autor Rainer Meyer alias Don Alphonso sieht die flächendeckende Aufnahme und Publikation aller Fassaden sogar als einen totalitären Schritt an. Wer Google Mail benutzt, tut dies freiwillig und er weiß hoffentlich, welchen Vorteil der Anbieter davon hat. Wer seine Daten Xing, den VZ-Netzwerken oder Facebook übergibt, der wird selber aktiv. Die Handlung geht also vom Anwender und nicht vom Unternehmen aus. Die Fahrzeuge von Google haben die Aufnahmen und die Scans der WLAN-Router aber ohne unsere Erlaubnis oder unser Zutun gemacht. Wer bei Street View nach langem Suchen endlich den rechten Ort dafür gefunden hat, der darf zwar der Veröffentlichung widersprechen. Das alleine aber macht das aktive Verhalten des US-amerikanischen Unternehmens nicht passiver. Enno Park schrieb auf CARTA, dass Privatsphäre auch bedeutet, dass man das Recht hat, bitteschön in Ruhe gelassen zu werden. Er weist auch darauf hin, dass die Grenzen zwischen der Öffentlichkeit und der Privatsphäre immer mehr verwischt werden.
Wer sich dafür interessiert kommt am Lesen des gesamten Beitrags nicht vorbei… Sehr lesenswert/unterhaltsam ist auch die Diskussion im Forum von gulli.
Link: gulli.com – Google Street View ist totalitär!
Möge sich doch bitte jeder seine eigene Meinung bilden.
Google vs. My Estate – Part 3
Ich gebe zu, dass ich bezüglich der Aktualität bezogen auf die Thematik etwas hinter her hänge, aber alles hat ein Ende, nur die Wurst hat Zwei.
Google hat vor wenigen Tagen in 20 deutschen Städten seinen vielfach diskutierten Webdienst Street View freigeschaltet. Dazu gehören Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal. Natürlich hat man das Ganze auch schon für andere Städte vorbereitet, wird es aber erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.
Ich traue mich auf Grund [»] folgender Meldung eigentlich kaum noch zu erwähnen, was ich bereits im ersten Part dieser Serie geschrieben habe. Letztendlich hat das für mich aber herzlich wenig mit Spießerism zu tun. Ich habe da doch ganz andere Ziele verfolgt Leute! Eigentlich war mir aber auch einfach nur langweilig und ich hatte zu viel Zeit mich mit dem Ausfüllen des Antrags überhaupt näher zu beschäftigen. Falls jetzt also einer von den gewitzten Leuten mein Haus fotografiert und sich dann einen Ast beim veröffentlichen im Internet freut, weil er es entpixelt hat dann sage ich vielleicht noch Herzlichen Glückwunsch, aber eigentlich ist mir das ziemlich einerlei. Wenn hier allerdings jemand mit Eiern antanzen sollte, is’ hier Achterbahn!
Was sonst noch so in der Blogosphäre zum Thema beigetragen wird:
Streetview – Googles Bürohaus verpixelt
Streetview Top 5 [Bilder]
Verpixelungsterror
Street View pixelt mein Haus | War of Neighbors?
Google Street View zeigt Leichen in Brasilien
Da fällt mir am Ende übrigens noch ‘ne Line von K.I.Z. ein…
Du und ich, du Hurensohn,
was willst du tuen?
Du willst diskutieren, du Hurensohn
diskutier mit meinen Schuhen.
Aber mal im Ernst… wer mit mir darüber diskutieren will kann das natürlich gerne in den Kommentaren tun, mich anrufen, mir eine E-Mail oder SMS schreiben, ein Fax schicken oder eine Brieftaube vorbeischicken. Ich bin da flexibel wie Jenna Haze.
Ein Herz Für Blogs IV

Hier nun wie angekündigt mein Beitrag zur vierten Ausgabe der “Ein Herz für Blogs” Aktion.
Trashhalde
Artur ist gebürtiger Nordhesse, ich kann mich aber auch irren. Falls dem so sein sollte, bitte kurz Bescheid geben.
Laut Twitter wohnt er am Arsch, wo auch immer das sein mag. Sein Blog ist in jedem Fall eine gute Mischung aus Bildern (oftmals selbst fotografiertes), Musikvideos abseits des Mainstream und gelegentlich gibt es die ein oder andere Geschichte zu lesen.
*indigoidian* & Melancholie der Mittelschicht
Zwei Blogs, eine Person. So einfach ist das.
Da gibt es einmal ihren klassischen Blog (indigoidian.de) und seit kurzem auch einen Tumblr-Bilderblog (im-kollektiv.tumblr.com).
Über sich selbst schreibt die sympathische Nordhessin:
“Die Stimmung schwankt irgendwo zwischen Bürgerkrieg und Halbjahreszeugnis-Konferenz” – Franzi, 25 Jahre, wohnhaft im nordhessischen Frankenberg/Eder, schiebt beruflich Pixel von der einen in die andere Ecke und schreibt seit Juli 2005 ins Internet. Kompromisslos auf den Punkt gebracht.
Turn-It-On
Ein aufstrebender Musikblog, der von mehreren Schreibern geführt wird und der hoffentlich seine Beiträge demnächst mal etwas mehr frequentiert. Bisher bin ich dort oft auf neue Bands bzw. Künstler und gute Musik gestoßen.
Somegas
They call him “sn0opy” steht in seinem about me (von mir verfasst, lesenswert!) im Blog, ich nenne ihn Sascha. Beiträge gibt es auf somegas.de recht unregelmäßig, aber alle Freunde der munteren Programmiereri werden seine Tutorials und Projekte sicherlich zu schätzen wissen.
So, das war es auch schon für die diesjährige Ausgabe. Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.
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Vor einem Jahr
- 23.05.2011 Kein Beitrag :(
- "Sorry, but Messages is temporarily unavailable. Please try again in a few minutes." - Endlich kann man fragen: Wie reagiert der Dax? #fb » 1 day ago
- Wurde soeben ernsthaft nach meinem Ausweis gefragt. - Konsequenz: Bart wachsen lassen und mit dem Trinken und Rauchen anfangen. » 4 days ago
- Geekfrage: Hat hier jemand Erfahrungen mit dem Seagate BlackArmor 3TB NAS110 gemacht? Ein sehr solides Angebot für 159€ gefunden... » 1 week ago
Zufallszitat
Ich bin mit dem was Du schreibst nicht einverstanden, aber ich werde Dein Recht Deine freie Meinung zu äußern mit meinem Leben verteidigen.
Evelyn Beatrice Hall



