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Krawall und Remmidemmi

Jan 28, 2011   //   by n1Ls   //   Macht  //  No Comments

Man fragt sich natürlich erstmal, wie denn die ganzen Proteste überhaupt angefangen haben und wo sie ihren Ursprung finden. Das ist sicherlich nicht leicht zu beantworten, aber vermutlich lässt es sich (auch) auf die Demonstrationen in Tunesien zurückführen. Warum? Weil die Ägypter im Prinzip nicht mehr Freiheit besitzen als die Tunesier.
Die Zeitschrift “Economist” kam zum Ergebnis, dass Ägypten im jährlichen Democracy Index (Politische Freiheit) für 2010 auf Platz 138 steht, Tunesien auf Platz 144.
Deutschland steht übrigens auf Platz 14 und den letzten Platz hat sich Nordkorea abgeholt, aber das nur am Rande.

Damit sich an der Stelle vielleicht jeder erstmal sprichwörtlich ein Bild vom Ausmaß machen kann, hier der Link zur Bilderserie bei The Big Picture:

Protest spreads in the Middle East
Zwar unterscheiden sich die Themen in Tunesien, dem Libanon und Ägypten, aber der Zorn kocht in allen drei Ländern und die Leute bringen ihre Wut auf die Straße.
In Tunesien, wo Proteste bereits den Präsidenten Ben Ali gestürzt haben, gehen die Demonstrationen weiter. Inzwischen hat Tunesiens Übergangsregierung einen internatiolen Haftbefehl gegen den ehemaligen Präsidenten und die Mitglieder seiner Familie ausgestellt. Im Libanon gehen die Menschen ebenfalls auf die Straße, entzünden Autoreifen und blockieren die Straßen in Tripoli und Sidon. In Ägypten sind die Ereignisse bisher wohl am erschütternsten und die Proteste die Größten ihrer Generation. Gesammelt sind Bilder aus allen drei Ländern. (Frei übersetzt von TBP)

Was hat das jetzt alles mit Vodafone zu tun? Relativ einfach. Die haben nämlich nicht wie Money boy den Swag aufgedreht, sondern den Saft abgedreht. Genauer gesagt in Ägypten den Zugriff auf eine Reihe von Webseiten blockiert, welche die Demonstranten zur gegenseitigen Information benutzen. Davon betroffen sind: Twitter, Facebook, Gmail, Google Chat und viele andere.
Bei golem.de ließt sich außerdem seit heute Morgen, dass die Regierung die Internetverbindung gekappt hat. Präsident Mubarak hat die vier großen Internetprovider des Landes angewiesen, ihre Dienste einzustellen. Analysten sprechen von einem historisch einmaligen Blackout.

An der Stelle kommt WikiLeaks ins Spiel, die werden nämlich im gleichen Artikel genannt:
Unterdessen hat Wikileaks angefangen, Dokumente über Ägypten aus dem Fundus der diplomatischen US-Depeschen zu veröffentlichen. Diese Dokumente geben beispielsweise Einblick in die Menschenrechtslage in dem arabischen Land, wie der US-Fernsehsender CNN berichtet.

Bei nerdcore habe ich ebenfalls noch einen interessanten Artikel mit der Überschrift Revolution in Ägypten gefunden. Wird verlinkt, weil ich da eine sehr interessante (und übersetzte) Infografik gefunden habe:

In der Originalquelle gibt es noch mehr davon, wirklich sehr sehenswert!

Was fehlt noch? Richtig – Anonymous.
Die bereiten derzeit “Operation Egypt” vor und sichern somit den Demonstranten ihre (virtuelle) Unterstützung zu, sollte die ägyptische Regierung ihre Zensurmaßnahmen nicht einschränken. Geplant sind Cyber-Attacken auf Regierungsseiten, wie man sie noch vor wenigen Wochen gegen Visa & Co. in Erinnerung hat. Ob das wirklich sinnvoll ist bleibt diskutabel.

Auf dem Facebookprofil namens “Operation Egypt” ließt sich folgendes Statement:

“An die ägyptische Regierung:
Anonymous fordert all jene heraus, die in die Zensierungsmaßnahmen involviert sind. Anonymous verlangt den freien Zugang zu unzensierten Medien in Ihrem ganzem Land. Wenn Sie diese Botschaft ignorieren, werden wir nicht nur Ihre Regierungsseiten angreifen, sondern außerdem sicherstellen, dass die internationalen Medien zu sehen bekommen, welch grausame Realität Sie Ihren Bürgern aufzwingen!”

Ich werde das mal weiterhin verfolgen und bei Gelegenheit nochmal ein paar Zeilen schreiben…

Rap News 6 – It’s Scandalous!

Dez 18, 2010   //   by n1Ls   //   Entertainment  //  No Comments

Bin bekanntlich kein großer Rap-Fan, aber der Beat knallt ja doch irgendwie ganz derbe…

Ok, It’s almost time to end for the day
But until we meet again, a few questions remain
Is Wikileaks really the greatest threat that we face?
Or is it the response we are seeing in defense of the state?
A response which is building and seeks
To turn back the clock on freedom of speech
And fundamental rights earned over a century
This should ring alarm bells for all who know their history
From this evidence, are we neglecting our memory
And repeating the trajectory of the twentieth century?
And if so, upon seeing the facts
But ceasing to act, don’t we deserve the leaders we have?
What needs to befall before we open the door
and yell “I’m mad as hell and I’m not gonna take it anymore!”?
Or shall we sit waiting for messiahs or aliens,
Or a super-hero, if they’re not all one and the same meme?
History, dear viewers, is happening
Will we ever get a similar chance again?
History books will be written about events this month
The story they will tell, is up to us…

WikiLeaks, Operation Black Face, Julian Assange…

Dez 17, 2010   //   by n1Ls   //   Macht, Netzkram  //  1 Comment

Wenn man mit einem Thema anfängt (wie aktuell WikiLeaks) hat man irgendwo nicht nur das Interesse sich selbst darüber up²date zu halten, sondern auch die Leser im Blog. Aus aktuellem Anlass also an dieser Stelle mal eine kurze Zusammenfassung was in den letzten Tagen geschrieben und gedacht wurde:

  • Wikileaks-Mitgründer Julian Assange darf das Gefängnis in London verlassen. Das entschied das höchste britische Zivilgericht am Donnerstag in zweiter Instanz. Der 39 Jahre alte Australier saß wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs zweier Frauen auf Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls aus Schweden seit mehr als einer Woche in Untersuchungshaft. (heise.de)
  • In den USA wird momentan angeblich an einer neuen Anschuldigung gegen WikiLeaks-Sprecher Julian Assange gearbeitet. Dabei geht es um den Straftatbestand der Verschwörung (“conspiracy”): Assange soll, so die Überlegungen, den mutmaßlichen Whistleblower Bradley Manning konspiriert und diesen zur Weitergabe von Geheimdokumenten ermutigt haben. (gulli.com)
  • Anonymous ruft weltweit zur “Operation Black Face“ auf. Eine für den 18. Dezember geplante Aktion.
    Die Menschen sind aufgerufen, an diesem Tag ihre Profilbilder in sozialen Netzwerken durch ein schwarzes Bild zu ersetzen, oder/und schwarze Kleidung, oder eine schwarze Armbinde zu tragen um damit gegen die Feindseligkeiten und Repressalien der Politik gegenüber WikiLeaks und anderen Transparenz fordernden Organisationen zu protestieren. (WikiLeaks)
  • Übrigens, bei dem ganzen Heldenkult gerade um Julian Assange… ich finde ja, Bradley Manning sollte den Friedensnobelpreis kriegen. Dieser Milchbubi hat uns allen gezeigt, was Zivilcourage ist, und wird jetzt in einem Loch vom Obama-Regime in Isolation gehalten, man könnte gar von Folter reden. (…) Ich fände das auch ansonsten sehr passend. Der letzte Friedensnobelpreis ging an einen Helden, der in einem totalitären Staat in Haft sitzt. Das sollten wir nächstes Jahr wieder so machen. Überhaupt sollten wir das immer so machen.
    Der Gedanke, dass der Friedensfürst Obama einen gekriegt hat, gibt mir Brechreiz. (Fefe)

Wer noch mehr lesen will:
[»] http://www.schieb.de Operation Blackface: Demo im Web für mehr WikiLeaks und Redefreiheit
[»] http://www.theintelligence.de Verbindung zwischen Julian Assange und dem Haus Rothschild
[»] http://www.digiom.wordpress.com Wer oder was ist Anonymous – was ist Anonymous nicht?
[»] http://www.lokalrunde.wordpress.com Fidel Castro: Julian Assange hat der USA die Stirn geboten!

…und weil Bilder Artikel bekanntlich optisch aufwerten:


(via)

Ich wünsche ein informatives Wochenende und einen schwarzen Samstag!

WikiLeaks in acht Minuten kurz zusammengefasst

Dez 6, 2010   //   by n1Ls   //   Macht  //  4 Comments

Wer in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten immernoch nichts von WikiLeaks gehört, gelesen oder gesehen hat wohnt vermutlich entweder hinterm Mond oder zusammen mit Öff Öff im Wald.

Dieses Wallpaper fand ich ganz nett um den Artikel optisch etwas aufzuwerten.
Auf http://wikileaks.ch/support.html gibt es mehr.

Meine eigentliche Intention ist es aber jetzt nicht wie vielleicht befürchtet oder erwartet einen halben Roman zur aktuellen Situation zu schreiben, sondern euch eine sehr schöne Erklärung zu präsentieren was momentan mit WikiLeaks passiert und wie wir von den Medien informiert werden.

KenFM ist eine „progressive Aktionsradioshow“ von und mit Ken Jebsen. Sie wird jeden Sonntag Nachmittag von 14 bis 18 Uhr auf Fritz, dem Jugendsender des RBB, ausgestrahlt. (Wikipedia)

P.S.: Das TIME Magazine erwägt Julian Assange zum Mann des Jahres 2010 zu wählen. Seine Stimme kann man [»] hier abgeben. Es gibt einem echt zu denken, dass man für Lady Gaga voten kann. Was hat die Frau denn bitteschön geleistet? Die hat maximal einen Hype generiert, der aus unerklärlichen Gründen die ganze Zeit anhält wie Adam Sandler in Klick.

[Update]

Assange ist mittlerweile in Haft.
» http://www.spreeblick.com/2010/12/07/julian-assange-vor-gericht
» http://www.netzpolitik.org/2010/julian-assange-wurde-von-scotland-yard-verhaftet

Aus aktuellem Anlass: Haftbefehl gegen Julian Assange aufgehoben

Aug 21, 2010   //   by n1Ls   //   Macht, Netzkram  //  No Comments

Nach langer Zeit mal wieder etwas politisches in diesem Blog.
Wie die Online-Ausgabe von stern.de schreibt, wurde der Haftbefehl gegen den Wikileaks-Chef aufgehoben.

Der Haftbefehl gegen den Gründer der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange, ist wieder aufgehoben worden. Das teilten die Behörden in Schweden am Samstagabend mit. Der Verdacht sei unbegründet, hieß es.
Am Freitagabend war ein Haftbefehl gegen Assange erlassen worden. Er stand im Verdacht, eine Frau vergewaltigt und eine weitere belästigt zu haben. Der Haftbefehl war wegen Verdunklungsgefahr erlassen worden, hatte eine Sprecherin noch am Samstagmittag mittgeteilt. (Quelle: stern.de)

Für mich war es eigentlich von vorn herein klar, dass diese Vorwürfe nicht haltbar sind. Ziemlich schnell wurden Stimmen von einem sogenannten Kachelmann-Effekt laut.

Und zur Abwechslung nochmal was von fefe:

Die Süddeutsche sagt, die Frauen haben keine Anzeige erstattet, sondern die Staatsanwaltschaft ermittelt von sich aus. Das ist deswegen bemerkenswert, weil dann keine Verfolgung wegen falscher Anzeige möglich ist. Oh und noch eine Wendung: Die Staatsanwaltschaft hat den Haftbefehl zurückgezogen. Das ging ja schnell. Und bemerkenswert, dass sich die Generalstaatsanwältin persönlich genötigt sieht, vor die Presse zu treten.

Now you know.
P.S.: Den Spitznamen Der Indiana Jones der Meinungsfreiheit finde ich persönlich ja sehr amüsant…

Zitat #64 – als Journalist…

Aug 15, 2010   //   by n1Ls   //   Macht, Zitate  //  No Comments
#64
Wenn man als Journalist nicht überwacht wird, hat man seinen Job nicht richtig gemacht.


  Julian Assange
  WikiLeaks

Aus aktuellem Anlass mal ein Zitat vom sympathischen Australier mit den weißen Haaren…

Vor einem Jahr

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