Tag: Zensursula
Der Index ist für alle(s) da
von n1Ls am Dienstag, 9. Februar 2010, gespeichert unter Entertainment
Etliche Wochen sind vergangen, ohne das ich Rammstein auch mal Ansatzweise erwähnt habe. Viel ist auch nicht passiert. Sie touren halt immernoch durch die Gegend und haben vor kurzem ein leider relativ unspektakuläres Video zu “Ich Tu Dir Weh” gedreht. Geplant war ja was anders, aber dank Zensur und dem ganzen Mist wurde das dann doch nichts. Aber das ist eine andere Geschichte.
Warum ich wieder auf dieses Thema zu sprechen komme, ist folgendes Interview, welches zwar rein fiktiv geführt wurde, aber meiner Meinung nach einen hohen Unterhaltungswert bietet.
Anwesende sind:
- Ursula von der Leyen, Ministerin
- Till Lindemann, Sänger von Rammstein
- Bass Sultan Hengzt, Gangsterrapper
- Florian Silbereisen, Volksmusikant
Von der Leyen: Schön, dass Sie alle kommen konnten. Nur wir kennen uns noch nicht.
Lindemann: Das ist der Sultan.
Bass Sultan Hengzt: Gestatten, Bass Sultan Hengzt.
Von der Leyen: Ah, natürlich. “Ketten raus, Kragen hoch”, richtig?
Lindemann: Geiler Song.
Von der Leyen: Haben wir den eigentlich indiziert?
Hengzt: Glaub nicht.
Silbereisen: Ich finde das ungerecht.
Von der Leyen: Gut, gehen wir in media res.
Hengzt: Was, wir gehen schon?(Der Kellner serviert Getränke.)
Von der Leyen: Florian, Sie fühlen sich also benachteiligt, weil “Liebe ist für alle da” indiziert wurde und Ihr letztes Album, “Weißblau klingt’s am schönsten”, nicht.
Silbereisen: Nichts gegen den Till, erstklassige Arbeit, aber das ist doch nicht ok, dass Hardcore immer bevorzugt wird. Ich meine “Schwänze im Sauerkraut” – hallo, das ist doch Pipifax gegen meinen Song “Geh ma her”!
Hengzt: Der Burner. “Wurscht bin i dir nimmer/ Drum trau i mir zu dir hin.” Monster Zeile.
Von der Leyen: Apropos, was machen eigentlich Blokkmonsta und die Jungs von Hirntot Records?
Hengzt: Denen geht’s super. Die spielen grad die Klassiker neu ein.
Von der Leyen: “Mein Kopf zerplatzt”?
Hengzt: Klar, und “Lady Bitch Gay”!
Von der Leyen: Das warn noch Zeiten! Aber wir schweifen ab.
Hengzt: Mein Schweif is reif.
Von der Leyen: Wie bitte?
Hengzt: Sorry, is mir so rausgerutscht.
Lindemann: Benimm dich, Hengzt!(Der Kellner deckt ein; eine ukrainische Touristin erbittet Lindemanns Autogramm quer übers Dekolleté.)
Von der Leyen: Also, Florian, die “Wurscht”, das geht schon in die richtige Richtung, aber es reicht einfach noch nicht aus für eine Indizierung. Damit locke ich so keinen Referenten hinterm Ofen vor.
Silbereisen: Und was ist mit “Papa wird’s schon richten”? “Der Sohn schießt mit der Schleuder/ Und trifft am Ziel vorbei/ Der Stein fliegt durch die Gegend/ Und trifft die Polizei”!
Lindemann: Florian, nix für ungut, aber wir haben uns echt ins Zeug gelegt für den Index: “Wünsch dir was, ich sag nicht nein/ Und führ dir Nagetiere ein.”
Hengzt: Geiles Zitat.
Silbereisen: “American Psycho”, oder?
Lindemann: Bingo. Ihr seht: Wir haben sogar Bücher gelesen.
Hengzt: Krass. – Florian, ich darf doch Florian sagen, oder?
Silbereisen: Natürlich. Ich fand deine Sachen mit Perverz und Uzi übrigens erste Sahne.
Hengzt: Ich schüttel Sahne von der Fahne.
Lindemann: Also bitte!
Von der Leyen: (giggelt)
Hengzt: Sorry, aber ihr seid einfach eine krass inspirierende Posse. Also, Florian, ich seh da echt monstamäßiges Potential, wenn du weißt, was ich meine. “Immer auf die Kleinen” zum Beispiel.
Von der Leyen: (Singt): “Immer auf die Kleinen und dann immer auf den Kopf!”
Hengzt: Das is krass, aber noch noch nich die Bombe.
Von der Leyen: Da hat er leider recht, Florian.
Hengzt: Aber da geht noch was: “Bums so viele Ollen wie möglich/ Mach durch krumme Sachen dein Geld/ Fick deine Feinde, deine Lehrer/ Schenk dein Leben deiner Gang.”
Von der Leyen: Das ist mal Obszönität und Gewaltverherrlichung!
Lindemann: Respekt, Sultan.
Von der Leyen: Florian, Sie sehen die Qualitätsunterschiede, ja? Aber wir behalten Sie im Auge, das verspreche ich Ihnen.
Hengzt: Ich steck dein Auge in Lauge.
Lindemann: Mann, wir essen doch jetzt!(Der Kellner serviert Backhuhn mit Erdäpfelsalat.)
Von der Leyen: So, meine Herren, wenn jetzt erstmal alle Divergenzen aus der Welt geräumt sind, guten Appetit. Und der Till bezahlt!
Lindemann: Auf die Tantiemen!
Silbereisen: Auf die Charts!
Alle: Auf den Index!
Quelle: Spiegel Online
The Inevitable Return Of The Great White INTERNETZENSUR
von n1Ls am Montag, 25. Januar 2010, gespeichert unter Macht, Mein Blog, Netzwelt
Wer tatsächlich glaubte, das Thema Internetzensur wäre mit dem Wechsel von Ursula von der Leyen zur Ministerin für Arbeit und Soziales vom Tisch irrt gewaltig. Die geplanten Stopp-Schilder waren nur der Anfang und sprichwörtlich der reinste Kindergarten gegen das, was folgen soll.
Bereits am kommenden Mittwoch wird in der Staatskanzlei in Mainz eine Anhörung zum aktuellen Entwurf des überarbeiteten Jugendmedienschutz-Staatsvertrages stattfinden.
Wenn es nach dem aktuellen Entwurf geht, werden unter dem Deckmantel des Jugendschutzes gezielt Inhalte gefiltert.
Vorgesehen ist folgendes:
- Es werden sowohl Internet-Zugangs-Anbieter (Access-Provider, ISP) als auch Anbieter von Webspace (Hosting-Provider) mit den eigentlichen Inhalte-Anbietern gleich gesetzt. Sie werden als „Anbieter“ bezeichnet. Sie alle sind für die Inhalte ihrer Kunden verantwortlich.
- Access-Provider werden verpflichtet, ausländische Webseiten zu blockieren, die sich nicht an die in Deutschland geltenden Jugendschutzbestimmungen halten. Es muss also eine weitaus umfangreichere Internet-Zensur-Infrastruktur aufgebaut werden, als dies Ursula von der Leyen im Wahlkampf vorgesehen hat.
- Wenn auf einer Webseite die Nutzer Inhalte erstellen können (also zum Beispiel Kommentare in Blogs), dann muss der Betreiber der Plattform (also zum Beispiel der Blogger) nachweisen (!), dass er zeitnah Inhalte entfernt, „die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren Personen zu beeinträchtigen“. Ausnahmen sind keine vorgesehen.
- Generell werden alle Inhalte in Kategorien eingeteilt: ab 0 Jahre, ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 16 Jahre, ab 18 Jahre.
- Alle „Anbieter“ müssen sicherstellen, dass Kinder der entsprechenden Altersstufe jeweils ungeeignete Inhalte nicht wahrnehmen. Dafür sind mehrere (alternative) Maßnahmen vorgesehen:
- Es wird ein von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zugelassenes Altersverifikationsverfahren genutzt.
- Inhalte werden nur zu bestimmten Uhrzeiten angeboten. (beispielsweise nur zwischen 22 und 6 Uhr, wenn ab 16 Jahre)
- Alle Inhalte werden mit einer entsprechenden Altersfreigabe gekennzeichnet.
- Die bestehenden Regelungen bezüglich schwer jugendgefährdenden Inhalten (das betrifft u.a. Hardcore-Pornographie usw.) bleiben natürlich in Kraft.
Ich sage schon mal herzlichen Glückwunsch und gute Nacht, denn mit dem Blog hier ist dann nämlich auch eher Essig.
Mehr zum Thema:
» Netzpolitik.org
» AK Zensur
» Blog von 1&1
Eine Zensur findet nicht statt
von n1Ls am Freitag, 19. Juni 2009, gespeichert unter Macht, Netzwelt
Es hat offensichtlich alles nichts genützt. Die größte Online-Petition in der Geschichte wird von Politikern als Minderheit dargestellt. Es wird sich über den Rat von Fachleuten hinweggesetzt. Kritik, Proteste und Demonstrationen werden von den Befürwortern ebenfalls nicht beachtet. Gestern wurde ein dunkler Tag deutscher Geschichte geschrieben. Das umstrittene Gesetz zur Sperrung Kinderpornographischer Inhalte, oder auch Zugangserschwerungs-Gesetz genannt, wurde gestern vom Bundestag beschlossen. Wer sich in den letzten Tagen und Wochen auch nur etwas genauer über dieses Thema informiert hat (und damit meine ich ganz bestimmt nicht das Lesen der Bild Zeitung) wird schnell festgestellt haben, dass Kinderpornographie nur einen Deckmantel für das eigentliche Vorgehen darstellt. Das soll auf keinen Fall bedeuten, dass ich so etwas befürworte. Nicht das ich falsch verstanden werde. Wir reden hier allerdings von einer so genannten Internet-Sperrliste. Die Theorie sieht vor, dass dort Internetseiten gelistet werden, auf denen KiPo-Material zu finden ist. Mich stören in ersten Linie zwei Dinge daran. …weiterlesen
Neues von Zensursula
von n1Ls am Mittwoch, 17. Juni 2009, gespeichert unter Netzwelt
Am letzten Freitag hatte unser aller Liebling, Ursula von der Leyen, einen Pressetermin in Hannover. Jetzt erscheint bei einigen Lesern sicherlich schon ein helles Fragezeichen über dem Köpfchen. Da es auch in meinem Interesse liegt, dieses wieder verschwinden zu lassen, kläre ich euch natürlich sofort auf: Zensursula! Einigen war vermutlich einfach nicht der komplette Name bekannt, der sich hinter diesem Pseudonym verbirgt. Die Bundesministerin für Familie war also um 19:00 Uhr in der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität in Hannover, um dort eine Festrede zu halten und Preisträger bei der Verleihung des Studentenwerkspreises 2009 zu prämieren. Da es eine offene Veranstaltung war, waren unter anderem auch Mitglieder vom Chaos Computer Club Bremen und des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung anwesend.
Als Uschi dann die Bühne betrat, wurde hinter ihr ein schönes Transparent mit Zensursula-Logo und folgenden Worten niedergelassen: …weiterlesen
Die T-Shirts sind da…
von n1Ls am Donnerstag, 28. Mai 2009, gespeichert unter Mein Leben, Netzwelt
Erreichten mich diese doch schon Mitte letzter Woche, komme ich leider erst jetzt dazu über selbige zu berichten. Ich hatte mir im Shop von 3D-Supply drei T-Shirts bestellt. Darunter ein kostenloses Exemplar des Zensursula-Shirts. Den Worten müssen Taten folgen und natürlich auch ein Bild:

Der Kopf hat nicht mehr drauf gepasst
Damit dürfte meine Glaubwürdigkeit untermauert sein, die hoffentlich niemals angezweifelt wurde. Bis jetzt bin ich damit erst zwei mal rumgelaufen. Daher kann ich zu Reaktionen leider noch nicht all zu viel schreiben. Hin und wieder zieht es jedoch neugierige Blicke auf sich. Leute die Ahnung von der Thematik haben und vor allem mit dem Namen etwas anfangen können, entgegneten mir meist mit einem Schmunzeln.
Gratis T-Shirts gegen Onlinezensur
von n1Ls am Montag, 11. Mai 2009, gespeichert unter Netzwelt
Montag. Jeder hasst Montage und wer etwas anderes behauptet lügt! Die Woche beginnt wieder und somit meist auch schlechte Nachrichten. Da ist es doch umso erfreulicher, wenn man sich an einer Meldung auch mal erquicken kann. Nun, ohne weiter um den heißen Brei herum zu reden, es geht um eine Aktion des Onlineshops 3D-Supply. Besagter verschenkt jetzt schon seit dem 24. April T-Shirts gegen die geplante Onlinezensur. Ich selbst bin leider erst eben drauf aufmerksam geworden, habe mir aber gleich eines gesichert. Kleiner Tipp noch meinerseits: Sobald ihr über 10€ Warenwert kommt, zahlt ihr nur noch 2,50€ Versandkosten. Einfach mal umschauen im Shop. Eine riesige Auswahl an lustigen Textilien, Fun Stuff, Hardware und vielem mehr. Meine Shirts werden wohl noch Ende dieser Woche eintreffen.
Wer nicht weiß wer Zensursula ist, was es mit der Onlinezensur auf sich hat und warum Wolfgang Schäuble ein Rad ab hat, der ließt hier weiter:
» Bundestag streitet über Kinderporno-Sperren
» Die dreizehn Lügen der Zensursula
» Blog von 3D-Supply
» Familienministerium beharrt auf Netzsperren
» Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten
